RWE
Wichtige Kennzahlen
Wichtige Termine
Kursentwicklung
Dividenden-Historie
| Jahr | Dividende | Rendite | Veränderung | Ex-Tag | Zahltag |
|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 1,20 EUR | k.A. | +9,1 % | 09.05.2026 | 13.05.2026 |
| 2024 | 1,10 EUR | 3,32 % | +10,0 % | 02.05.2025 | 06.05.2025 |
| 2023 | 1,00 EUR | 3,09 % | +11,1 % | 06.05.2024 | 05.06.2024 |
| 2022 | 0,90 EUR | 2,17 % | Unverändert | 05.05.2023 | 04.06.2023 |
| 2021 | 0,90 EUR | 2,27 % | +5,9 % | 29.04.2022 | 29.05.2022 |
| 2020 | 0,85 EUR | 2,68 % | +6,2 % | 29.04.2021 | 29.05.2021 |
| 2019 | 0,80 EUR | 2,60 % | +14,3 % | 29.06.2020 | 29.07.2020 |
| 2018 | 0,70 EUR | 3,25 % | -53,3 % | 06.05.2019 | 05.06.2019 |
| 2017 | 1,50 EUR | 2,53 % | +1.053,8 % | 27.04.2018 | 27.05.2018 |
| 2015 | 0,13 EUR | 1,03 % | -87,0 % | 21.04.2016 | 21.05.2016 |
| 2014 | 1,00 EUR | 4,41 % | Unverändert | 24.04.2015 | 24.05.2015 |
| 2013 | 1,00 EUR | 3,68 % | -50,0 % | 17.04.2014 | 17.05.2014 |
| 2012 | 2,00 EUR | 7,66 % | Unverändert | 19.04.2013 | 19.05.2013 |
| 2011 | 2,00 EUR | 5,89 % | -42,7 % | 20.04.2012 | 20.05.2012 |
| 2010 | 3,49 EUR | 8,15 % | Erste Dividende | 21.04.2011 | 21.05.2011 |
Vom Kohleimperium zum Ökostromkonzern
Wenn man verstehen möchte, wie tiefgreifend die Energiewende in einen Konzern eingreifen kann, braucht man kein Lehrbuch – man braucht die Geschichte von RWE. Gegründet 1898 als Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk in Essen, war RWE über mehr als ein Jahrhundert der Inbegriff des westdeutschen Energiesystems: Kohle aus dem Ruhrgebiet, Kernkraftwerke, riesige Kraftwerksparks, die das Licht in Millionen Haushalten brennen ließen. Das Unternehmen war der Strom im doppelten Sinne des Wortes.
Dann kam die Energiewende. Nicht als plötzlicher Beschluss, sondern als schleichende, dann dramatisch beschleunigte Transformation. Der Atomausstieg, beschlossen nach Fukushima 2011 und endgültig vollzogen 2023, bedeutete das Ende einer Ära. Der Kohleausstieg, politisch festgelegt, zwang zu einer Neubewertung des gesamten Kraftwerksparks. RWE stand vor einer Frage, die viele Unternehmen in ähnlicher Lage nicht überlebt hätten: Wie erfindet man sich neu, wenn das Kerngeschäft politisch und gesellschaftlich delegitimiert wird?
Der Deal, der alles veränderte
Die Antwort kam 2019 in Form eines der komplexesten Unternehmenstausche der deutschen Wirtschaftsgeschichte. RWE und E.ON – beide traditionsreiche Energieriesen, beide unter Druck – einigten sich auf eine fundamentale Neuordnung: E.ON übernahm die Netze und den Energievertrieb von Innogy, der erneuerbaren Tochter von RWE. RWE seinerseits bekam das erneuerbare Energiegeschäft – Offshore-Windparks, Onshore-Windanlagen, Solarparks, Batteriespeicher.
Was auf dem Papier wie ein Tauschgeschäft aussah, war in Wirklichkeit eine strategische Neuausrichtung zweier Unternehmen auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen. RWE wurde damit über Nacht zu einem der führenden Produzenten erneuerbarer Energien in Europa – nicht durch langsames organisches Wachstum, sondern durch eine industriepolitische Weichenstellung.
Wind, Sonne und die neue Identität
Heute betreibt RWE Offshore-Windparks in der Nordsee und der Ostsee, Onshore-Windanlagen in Deutschland und anderen europäischen Märkten sowie wachsende Solarkapazitäten. Die USA sind ein zunehmend wichtiger Markt, denn Nordamerika bietet riesige Flächen für erneuerbare Projekte und eine Energiepolitik, die Investitionen in saubere Energie über Jahre subventioniert hat. Dazu kommen Batteriespeicher, die als Ausgleich für die schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne unverzichtbar werden.
Was bleibt, ist ein Unternehmen im Übergang. Die Kohlekraftwerke laufen noch, bis der politisch vereinbarte Ausstieg greift. Die Vergangenheit als Kohlekonzern ist präsent – rechtlich, bilanziell, öffentlich. Aber die Richtung ist klar. RWE ist heute weniger das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk von 1898 als ein europäischer Energiewendekonzern, der seinen Ursprung im Ruhrgebiet nicht verleugnet, aber entschlossen nach vorne schaut.
Stand der Informationen: April 2026. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der journalistischen Information.
Alexander Müller ist Finanzredakteur und Dividendeninvestor mit über 12 Jahren Erfahrung im deutschen Aktienmarkt. Er analysiert Dividendenaktien für Dividenden-Kalender.com und ist spezialisiert auf DAX, MDAX und europäische Qualitätsdividendenzahler.
