Gerresheimer AG Dividende

Gerresheimer AG

gxi.de DE000A0LD6E6
19,10 EUR +0,58 %

Wichtige Kennzahlen

Dividendenrendite
0,21 %
Aktuelle Rendite basierend auf der letzten Dividende
Dividende
0,04 EUR
Letzte gezahlte Dividende pro Aktie
DiviScore
25 Unterdurchschnittlich
Bewertung der Dividendenqualität
5-Jahres CAGR
-49,8 %
Durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum
10-Jahres CAGR
-26,3 %
Durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum

Wichtige Termine

Hauptversammlung
03.06.2026
Termin der nächsten Hauptversammlung
Ex-Tag
04.06.2026
Ab diesem Tag wird die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt
Zahltag
08.06.2026
Tag der Dividendenauszahlung

Kursentwicklung

Dividenden-Historie

Jahr Dividende Rendite Veränderung Ex-Tag Zahltag
2025 0,04 EUR k.A. Unverändert 04.06.2026 08.06.2026
2024 0,04 EUR 1,16 % -96,8 % 06.06.2025 10.06.2025
2023 1,25 EUR k.A. Unverändert 06.06.2024 10.06.2024
2022 1,25 EUR 1,18 % Unverändert 08.06.2023 12.06.2023
2021 1,25 EUR 1,71 % Unverändert 09.06.2022 13.06.2022
2020 1,25 EUR 1,37 % +4,2 % 10.06.2021 14.06.2021
2019 1,20 EUR 1,48 % +4,3 % 25.06.2020 25.07.2020
2018 1,15 EUR 1,81 % +4,5 % 07.06.2019 07.07.2019
2017 1,10 EUR 1,61 % +4,8 % 26.04.2018 26.05.2018
2016 1,05 EUR 1,47 % +23,5 % 27.04.2017 27.05.2017
2015 0,85 EUR 1,31 % +13,3 % 29.04.2016 29.05.2016
2014 0,75 EUR 1,49 % +7,1 % 04.05.2015 03.06.2015
2013 0,70 EUR 1,46 % +7,7 % 02.05.2014 01.06.2014
2012 0,65 EUR 1,53 % +8,3 % 19.04.2013 19.05.2013
2011 0,60 EUR 1,73 % Erste Dividende 27.04.2012 27.05.2012

Gerresheimer Dividende – Unternehmensüberblick

Die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf ist ein international führender Anbieter von Spezialverpackungen und Drug-Delivery-Systemen für die Pharma- und Healthcare-Industrie. Das 1864 gegründete Unternehmen stellt Glasfläschchen, Ampullen, Karpulen, Fertigspritzen, Inhalatoren und Kunststoffverpackungen her, die in der Verabreichung von Medikamenten zum Einsatz kommen. Vom Insulinpen über den Asthmainhalator bis zur Impfstoffampulle – Gerresheimer-Produkte berühren das Leben von Millionen Patienten weltweit.

Mit der Übernahme des italienischen Pharmglasherstellers Bormioli Pharma, die im Geschäftsjahr 2025 wirksam wurde, hat Gerresheimer seine Marktposition deutlich ausgebaut. Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Konzernumsatz durch die Einbeziehung von Bormioli um 15,7 Prozent auf rund 1,12 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 12.000 Mitarbeiter an mehr als 30 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Die Gerresheimer-Aktie ist im MDAX gelistet.

Dividendenpolitik von Gerresheimer

Die Dividendenpolitik von Gerresheimer hat sich in jüngster Vergangenheit grundlegend verändert – und nicht zum Vorteil der Aktionäre. Über viele Jahre hinweg zahlte das Unternehmen eine stabile Dividende im Bereich von 1,20 bis 1,25 Euro je Aktie, was bei den damaligen Aktienkursen einer Rendite von etwa 1,5 bis 2,0 Prozent entsprach. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde die Ausschüttung jedoch drastisch auf lediglich 0,04 Euro je Aktie gekürzt – faktisch eine symbolische Minimaldividende.

Der Grund für diesen Einschnitt liegt in den erheblichen finanziellen Belastungen durch die Bormioli-Übernahme und die damit verbundene Verschuldung. Bei einem Aktienkurs von rund 18 Euro (Stand: Februar 2026) ergibt sich aus der zuletzt gezahlten Dividende eine Rendite von lediglich 0,2 Prozent. Die über drei Jahre geglättete Ausschüttungsquote liegt bei rund 26 Prozent, wobei der aktuelle Wert deutlich darunter gefallen ist. Ob und wann Gerresheimer zu einer substanziellen Ausschüttung zurückkehren wird, hängt maßgeblich von der Entschuldung des Konzerns und der Stabilisierung des operativen Geschäfts ab.

Geschäftsentwicklung und Dividendenperspektive

Gerresheimer durchlebt derzeit eine der schwierigsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Im Februar 2026 musste der Konzern die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 verschieben, nachdem interne Hinweise auf Regelverstöße bei der Umsatzerfassung und der Bilanzierung von Vorräten eingegangen waren. Die Aktie verlor daraufhin zeitweise mehr als 30 Prozent an Wert. Das Unternehmen hat nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro angekündigt, die vor allem die Tochtergesellschaften Sensile Medical in der Schweiz und das Moulded-Glass-Werk in Chicago betreffen. Letzteres soll bis Ende 2026 geschlossen werden.

Zudem hat Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor eingeleitet, um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu stärken. Die BaFin hat das Unternehmen ebenfalls ins Visier genommen. Trotz dieser Turbulenzen bleibt das operative Kerngeschäft mit Pharmaverpackungen intakt: Der Markt für Drug-Delivery-Systeme wächst durch Biologika, Biosimilars und den steigenden Bedarf an Selbstinjektionssystemen strukturell. Für Dividendenanleger ist Gerresheimer allerdings derzeit keine verlässliche Einkommensquelle. Eine Normalisierung der Ausschüttung dürfte frühestens ab dem Geschäftsjahr 2027 realistisch sein – vorausgesetzt, die Bilanzprobleme werden vollständig aufgeklärt.

Für welche Anleger eignet sich Gerresheimer?

Gerresheimer ist zum aktuellen Zeitpunkt kein klassischer Dividendenwert, sondern eher eine Turnaround-Spekulation für risikobereite Anleger. Der Kursverfall von zeitweise über 80 Euro (2023) auf rund 18 Euro (Februar 2026) spiegelt die Dimension der Probleme wider. Für Anleger, die an das langfristige Wachstumspotenzial des Pharmaverpackungsmarktes glauben und die nötige Geduld mitbringen, könnte sich auf diesem Kursniveau allerdings eine Einstiegschance bieten – vorausgesetzt, die Bilanzuntersuchungen bestätigen keine systemischen Unregelmäßigkeiten.

Für reine Einkommensinvestoren ist Gerresheimer derzeit ungeeignet: Die Dividende ist faktisch auf null zusammengeschmolzen, und eine Rückkehr zu substanziellen Ausschüttungen ist kurzfristig nicht absehbar. Die Risiken sind erheblich – neben den Bilanzproblemen belasten die hohe Verschuldung durch die Bormioli-Übernahme und die laufenden Restrukturierungskosten. Wer Gerresheimer in Betracht zieht, sollte dies als spekulative Position mit längerfristigem Horizont tun und bereit sein, zwischenzeitlich erhöhte Volatilität auszuhalten.

Stand der Informationen: März 2026. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der journalistischen Information.

AM

Über den Autor

Alexander Müller ist Finanzredakteur und Dividendeninvestor mit über 12 Jahren Erfahrung im deutschen Aktienmarkt. Er analysiert Dividendenaktien für Dividenden-Kalender.com und ist spezialisiert auf DAX, MDAX und europäische Qualitätsdividendenzahler.