Gerresheimer AG
Wichtige Kennzahlen
Wichtige Termine
Kursentwicklung
Dividenden-Historie
| Jahr | Dividende | Rendite | Veränderung | Ex-Tag | Zahltag |
|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 0,04 EUR | k.A. | Unverändert | 04.06.2026 | 08.06.2026 |
| 2024 | 0,04 EUR | 1,16 % | -96,8 % | 06.06.2025 | 10.06.2025 |
| 2023 | 1,25 EUR | k.A. | Unverändert | 06.06.2024 | 10.06.2024 |
| 2022 | 1,25 EUR | 1,18 % | Unverändert | 08.06.2023 | 12.06.2023 |
| 2021 | 1,25 EUR | 1,71 % | Unverändert | 09.06.2022 | 13.06.2022 |
| 2020 | 1,25 EUR | 1,37 % | +4,2 % | 10.06.2021 | 14.06.2021 |
| 2019 | 1,20 EUR | 1,48 % | +4,3 % | 25.06.2020 | 25.07.2020 |
| 2018 | 1,15 EUR | 1,81 % | +4,5 % | 07.06.2019 | 07.07.2019 |
| 2017 | 1,10 EUR | 1,61 % | +4,8 % | 26.04.2018 | 26.05.2018 |
| 2016 | 1,05 EUR | 1,47 % | +23,5 % | 27.04.2017 | 27.05.2017 |
| 2015 | 0,85 EUR | 1,31 % | +13,3 % | 29.04.2016 | 29.05.2016 |
| 2014 | 0,75 EUR | 1,49 % | +7,1 % | 04.05.2015 | 03.06.2015 |
| 2013 | 0,70 EUR | 1,46 % | +7,7 % | 02.05.2014 | 01.06.2014 |
| 2012 | 0,65 EUR | 1,53 % | +8,3 % | 19.04.2013 | 19.05.2013 |
| 2011 | 0,60 EUR | 1,73 % | Erste Dividende | 27.04.2012 | 27.05.2012 |
Gerresheimer Dividende – Unternehmensüberblick
Die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf ist ein international führender Anbieter von Spezialverpackungen und Drug-Delivery-Systemen für die Pharma- und Healthcare-Industrie. Das 1864 gegründete Unternehmen stellt Glasfläschchen, Ampullen, Karpulen, Fertigspritzen, Inhalatoren und Kunststoffverpackungen her, die in der Verabreichung von Medikamenten zum Einsatz kommen. Vom Insulinpen über den Asthmainhalator bis zur Impfstoffampulle – Gerresheimer-Produkte berühren das Leben von Millionen Patienten weltweit.
Mit der Übernahme des italienischen Pharmglasherstellers Bormioli Pharma, die im Geschäftsjahr 2025 wirksam wurde, hat Gerresheimer seine Marktposition deutlich ausgebaut. Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Konzernumsatz durch die Einbeziehung von Bormioli um 15,7 Prozent auf rund 1,12 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 12.000 Mitarbeiter an mehr als 30 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Die Gerresheimer-Aktie ist im MDAX gelistet.
Dividendenpolitik von Gerresheimer
Die Dividendenpolitik von Gerresheimer hat sich in jüngster Vergangenheit grundlegend verändert – und nicht zum Vorteil der Aktionäre. Über viele Jahre hinweg zahlte das Unternehmen eine stabile Dividende im Bereich von 1,20 bis 1,25 Euro je Aktie, was bei den damaligen Aktienkursen einer Rendite von etwa 1,5 bis 2,0 Prozent entsprach. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde die Ausschüttung jedoch drastisch auf lediglich 0,04 Euro je Aktie gekürzt – faktisch eine symbolische Minimaldividende.
Der Grund für diesen Einschnitt liegt in den erheblichen finanziellen Belastungen durch die Bormioli-Übernahme und die damit verbundene Verschuldung. Bei einem Aktienkurs von rund 18 Euro (Stand: Februar 2026) ergibt sich aus der zuletzt gezahlten Dividende eine Rendite von lediglich 0,2 Prozent. Die über drei Jahre geglättete Ausschüttungsquote liegt bei rund 26 Prozent, wobei der aktuelle Wert deutlich darunter gefallen ist. Ob und wann Gerresheimer zu einer substanziellen Ausschüttung zurückkehren wird, hängt maßgeblich von der Entschuldung des Konzerns und der Stabilisierung des operativen Geschäfts ab.
Geschäftsentwicklung und Dividendenperspektive
Gerresheimer durchlebt derzeit eine der schwierigsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Im Februar 2026 musste der Konzern die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 verschieben, nachdem interne Hinweise auf Regelverstöße bei der Umsatzerfassung und der Bilanzierung von Vorräten eingegangen waren. Die Aktie verlor daraufhin zeitweise mehr als 30 Prozent an Wert. Das Unternehmen hat nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro angekündigt, die vor allem die Tochtergesellschaften Sensile Medical in der Schweiz und das Moulded-Glass-Werk in Chicago betreffen. Letzteres soll bis Ende 2026 geschlossen werden.
Zudem hat Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor eingeleitet, um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu stärken. Die BaFin hat das Unternehmen ebenfalls ins Visier genommen. Trotz dieser Turbulenzen bleibt das operative Kerngeschäft mit Pharmaverpackungen intakt: Der Markt für Drug-Delivery-Systeme wächst durch Biologika, Biosimilars und den steigenden Bedarf an Selbstinjektionssystemen strukturell. Für Dividendenanleger ist Gerresheimer allerdings derzeit keine verlässliche Einkommensquelle. Eine Normalisierung der Ausschüttung dürfte frühestens ab dem Geschäftsjahr 2027 realistisch sein – vorausgesetzt, die Bilanzprobleme werden vollständig aufgeklärt.
Für welche Anleger eignet sich Gerresheimer?
Gerresheimer ist zum aktuellen Zeitpunkt kein klassischer Dividendenwert, sondern eher eine Turnaround-Spekulation für risikobereite Anleger. Der Kursverfall von zeitweise über 80 Euro (2023) auf rund 18 Euro (Februar 2026) spiegelt die Dimension der Probleme wider. Für Anleger, die an das langfristige Wachstumspotenzial des Pharmaverpackungsmarktes glauben und die nötige Geduld mitbringen, könnte sich auf diesem Kursniveau allerdings eine Einstiegschance bieten – vorausgesetzt, die Bilanzuntersuchungen bestätigen keine systemischen Unregelmäßigkeiten.
Für reine Einkommensinvestoren ist Gerresheimer derzeit ungeeignet: Die Dividende ist faktisch auf null zusammengeschmolzen, und eine Rückkehr zu substanziellen Ausschüttungen ist kurzfristig nicht absehbar. Die Risiken sind erheblich – neben den Bilanzproblemen belasten die hohe Verschuldung durch die Bormioli-Übernahme und die laufenden Restrukturierungskosten. Wer Gerresheimer in Betracht zieht, sollte dies als spekulative Position mit längerfristigem Horizont tun und bereit sein, zwischenzeitlich erhöhte Volatilität auszuhalten.
Stand der Informationen: März 2026. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der journalistischen Information.